Tabea Rößner möchte Ernährungsrat aufbauen

Frische Küche statt Einheitsbrei sollen künftig die Schul- und Kita-Kinder in Mainz auf den Teller bekommen. Tabea Rößner, Oberbürgermeisterkandidatin für Mainz, schlägt darum zum Schulanfang die Gründung eines Ernährungsrats vor: „Ich möchte, dass unsere Kinder die Chance auf gute Ernährung bekommen. Denn das ist die Voraussetzung für ein gesundes Aufwachsen. Die Essgewohnheiten werden in jungen Jahren geprägt“, sagt Rößner. Deshalb warb sie heute in Mainz mit dem Verteilen frischer Äpfel aus der Region für ihre Vorhaben.

Als ihre beiden Töchter im Kita-Alter waren, war Rößner selbst in einer Elterninitiative aktiv, die das Essen für die Kinder selbst gekocht hat. „Das gemeinsame Kochen war für die Kinder immer ein besonderer Höhepunkt“, sagt Rößner. Dazu gehöre auch gemeinsames Einkaufen oder der Besuch bei lokalen Landwirten. „Wir sorgen also nicht nur für gute und gesunde Ernährung, sondern wir stärken auch die lokale Wirtschaft und erfüllen unseren Bildungsauftrag bei unseren Kindern.“ Denn diese haben durch gemeinsames Kochen nicht nur ein besonderes Gemeinschaftserlebnis. „Ganz nebenbei und spielerisch lernen sie noch eine Menge über die Lebensmittel, deren Herkunft, Herstellung und die Natur.“

Rößner verwies darauf, dass die vergangenen Schuleingangsuntersuchungen in Rheinland-Pfalz zeigten, dass 5,8  Prozent der Kinder übergewichtig sind. Rößner sieht darin einen klaren Auftrag zu handeln. Auch die Mainzer Elternvertreter bemängelten im Herbst 2018 die Vorschläge des Stadtrates für eine bessere Verpflegung als „nicht weit genug“. Hier will Rößner ansetzen.

Ernährungsräte sind Plattformen, mit denen Bürgerinnen und Bürger die Ernährungspolitik in den Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung (Kitas, Schulen, Mensen, Kantinen) auf lokaler Ebene gestalten können. Sie bringen Verbraucher, Erzeuger sowie Vertreter von Interessengruppen sowie der kommunalen Verwaltung zusammen, um gemeinsam die Versorgung mit guten und gesunden Lebensmitteln auf soziale und ökologisch nachhaltige Weise zu verbessern.

Rößner will das Thema Ernährungsrat auch auf Landesebene diskutieren und lädt dazu möglichst viele Elterninitiativen und Eltern ein, sich einzubringen. Am Donnerstag, 22. August, diskutiert sie dazu ab 20 Uhr im DGB-Haus, Kaiserstraße 26-30 in 55116 Mainz, u.a. mit Ernährungsministerin Ulrike Höfken, der Kreisbeigeordneten aus Mainz-Bingen, Ursula Hartmann-Graham, Alessandro Novellino von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sowie mit Mainzer Elterninitiativen.

 

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