Klimaprojekt zeigt dringenden Handlungsbedarf für Mainz – Rößner: Lebensqualität in der Innenstadt verbessern

Zu den heute präsentierten Ergebnissen des Projekts KLIMPRAX (KLIMAwandel in der PRAXis) zum innerstädtischen Klima in Wiesbaden und Mainz, das in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD), den beiden Landeshauptstädten, dem Landesamt für Umwelt, Rheinland-Pfalz, dem Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen und dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie durchgeführt wird, erklärt die Mainzer Bundestagsabgeordnete und Oberbürgermeisterkandidatin Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):

„Der Klimawandel ist in den Innenstädten deutlich spürbar. Bei Tagen mit einer Temperatur von rund 40 Grad Celsius steht die Luft wie eine Wand in der Stadt, die Böden trocknen aus, die Bäume leiden. In der Innenstadt wird es gerade für Ältere, Kinder und Hitzeempfindliche unerträglich. Einen Beleg dafür geben jetzt die Ergebnisse des KLIMPRAX-Projekts. Die Klimakrise ist also nichts Abstraktes oder irgendwo anders, sie ist eine besondere Herausforderung für die Städte. Maßnahmen müssen daher jetzt konsequent umgesetzt werden, um die weitere Erderhitzung abzumildern.


Der Sommer hält auch dieses Jahr Mainz wieder im Schwitzkasten. Im Schnitt haben wir in der Region 21 heiße Tage, an denen das Thermometer auf oder über 30 Grad klettert. Unter der aktuellen Bebauung werden diese spätestens im Jahr 2060 auf 27 Tage ansteigen. Diese Prognosen müssen eine Warnung sein, denn die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels für die Stadtbevölkerung sind eng mit der Stadtplanung verwoben. Die Diskussion über einen neuen Stadtteil unter dem Druck von Bevölkerungs- und Mietenanstieg darf deshalb nicht das Ergebnis eines undurchdachten Aktionismus sein. Denn, auch das gibt der DWD als Ziel der Untersuchung aus, Kaltluftentstehungsgebiete und Frischluftschneisen müssen unbedingt erhalten bleiben und Flächenversiegelung vermieden werden.


Wir in Mainz müssen uns die Folgen des Klimawandels vor Augen führen und uns nicht selbst die Luft abdrehen. Wir brauchen eine umsichtige Stadtplanung, die Soziales, Ökonomisches und eben auch Ökologisches zusammen denkt. Bevor also die Diskussion über neue Stadtteile weitergeführt wird, sollten wir vorrangig die richtigen Maßnahmen ergreifen, um den Menschen in der Innenstadt die Lebensqualität zu verbessern. Davon profitieren im Übrigen vor allem gerade auch diejenigen, die sich kein Häuschen im Grünen leisten können.“

 

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